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Kárahnjúkar Damm

Kárahnjúkar Damm, Dimmugljufur Canyon und
ein warmer Wasserfall

www.ourfootprints.de

Heute hat sich die Wetterlage noch gar nicht gebessert.
Im Gegenteil - die Wolken hängen sehr tief.
Dennoch entschließen wir uns den Versuch zu wagen in Richtung Staudamm zu fahren.
Vielleicht haben wir Glück und der Himmel öffnet sich noch.



Kurz hinter Egilsstadir biegen wir auf die 931 nach rechts weg und fahren auf den Lagarfljót zu.
Dieser über 35 km lange und über 100 m tiefe See sammelt vor allem das Wasser vom
Jökulsá á Fljótsdal.
Deutlich kann man die unterschiedlichen Wassermassen vom bräunlichen, sedimentreichem Gletscherwasser erkennen.



Nach ca. 20 km fahren wir auf das westliche Ufer.



Schon vor der Brücke kommt ein weiteres Wahrzeichen der Region in Sicht - der Hengifoss.



Nachdem wir die Brücke überquert haben, zweigt die 931 nach rechts ab und führt am westlichen Ufer des Lagarfljót zurück nach Egilssatdir.
Wir aber folgen der 933 ein Stück und biegen dann links ab.



Der Hengifoss bleibt heute unbeachtet.
Knapp 1,5 km weiter, zweigt die 910 ab.



Die Straße 910 geht ziemlich steil in Serpentinen berauf und
überwindet dabei einen Höhenunterschied von über 600 m.



Wir gewinnen sehr schnell an Höhe und erhaschen beim
Zurückblicken ins Tal noch einen Sonnenstrahl.



Aber es kam, wie wir es schon geahnt hatten.
Das Wetter ist eine richtig dicke Suppe.



Der Vatnajökull-Nationalpark beginnt.



Schlagartig fiel auch noch die Temperatur auf 4 Grad Celsius.
Was ist das denn jetzt? Werden wir hier auch noch mit Schnee
auf der Straße rechnen müssen?
Egal, wir haben gute Reifen und der
Isländische Straßenbericht
spricht auch nicht von Sperrung.



Schon viele Kilometer vor dem Damm gibt es immer wieder Zufahrten zu
Objekten, die für Besucher gesperrt sind.



Dann sehen wir mit eigenen Augen, was die Öffnung der Hochlandstraßen
betrifft. Die F910 ist noch geschlossen. Wir haben heute den 27.06.2011.
Gestern Nacht soll noch einmal im Hochland Schnee gefallen sein.



Gleiches gilt auch noch für die F909 zum Snæfell.
Diese Tour werden wir wohl dieses Jahr streichen müssen.



Wir haben zwar ein mobiles GPS-Gerät dabei und dank der
MapSource®-Islandkarte von Tom
Klick für weitere Informationen
wissen wir auch, wo wir uns gerade befinden.
Dennoch kommt uns diese Übersichtskarte gerade recht.



Eine weitere Karte zeigt uns sehr schön, was so alles vor uns liegt.
Immerhin können wir es uns vorstellen.



So schlängelt sich die Piste durch die Hochebene und manchmal,
ja nur manchmal hat man den Eindruck, es wird etwas heller.



Dann, nach 110 km gefahrener Strecke,
taucht der erste Damm im Wolkennebel auf.



Wir sehen, dass das Staubecken ziemlich leer ist.
Baumaschinen stehen in der Senke.



Es geht über den ersten Damm.
Das ist noch nicht die eigentliche Dammkrone!



Auf der nördlichen Seite blickt man auf die Hochebene,
die uns bisher durch die schlechte Sicht verborgen blieb.



Ein Schild zeigt uns schematisch die Wirkungsweise des Dammes.



Der Damm ist befahrbar und beginnt hinter dieser Kurve.
Wir warten noch ein wenig, denn ein LKW wird gerade mit Schnee beladen.
Dieser Schnee behinderte die Zufahrt zum Damm.



Da es offenbar keine offizielle Sperrung gibt, fahren wir weiter.
Jetzt geht es links auf den Damm.



Am Damm wird gearbeitet.
Arbeiter rüsten sich mit alpiner Technik aus.



Einige Daten aus wikipedia:
Der Damm ist 198 m hoch und hat eine Länge von 696 m.
Das Speichervolumen beträgt 2100 Mio. Kubikmeter.



Da kein weiteres Fahrzeug auf dem Damm sich befindet halten wir an
und werfen einen ersten Blick in den beeindruckenden Canyon.



Wir sehen die Betonrutsche vom Überlauf.



Auf der anderen Seite angekommen, blicken wir uns erst
einmal um.
Das Projekt stand ja sehr in der Kritik, da es ein gewaltiger
Eingriff in die Natur ist.
Tatsächlich passt so eine Staumauer nicht besonders gut
in diese Landschaft.



Der Überlauf.



Beton pur.



Da hilft auch nicht dieser Aussichtspunkt mit dem in den Berg
eingelassenen Toilettenhäuschen. :)



Selbst der gigantische Dimmugljufur Canyon wirkt so, als wäre er nur für
dieses Stauprojekt entworfen wurden.



Die Mauer ist begehbar.
Nur bei dem Wind und diesen Temperaturen, verzichten wir auf einen Wanderung.



Der Abstand zum Überlauf zeigt es deutlich.
Der Stausee ist nur ganz wenig gefüllt.



Die Straße führt weiter steil nach oben.
Von hier aus hat man noch einmal einen Gesamtblick
über das Projekt.



Hier haben wir auch die Arbeiter wieder entdeckt.



Oben angekommen, geht die Strecke in eine Schotterpiste über.
Rechts sehen wir die weiterführende 910.
Sie ist keine F-Straße mehr und führt bis nach Brú.



Dass diese Piste keinen F-Status mehr besitzt, halte ich für
sehr gewagt. Ich würde diese Strecke nicht ohne 4x4 fahren.
Schon gar nicht zum Aussichtspunkt am Canyon,
der unser nächstes Ziel ist.



Wir folgen dieser Holperpiste ca. 5 km, als eine Kreuzung auftaucht.
Links geht es nach Laugarvellir und rechts zum Aussichtspunkt.
Am Damm kamen uns zwei Schweizer entgegen und berichteten, dass
die Sicht glatt null sei. Sollten sie Recht behalten?



Immerhin, der Canyon ist soweit frei.



Anfänglich ist die Zufahrt noch frisch geschoben.



Nach unten hin wird es aber steiler und auch steiniger.
An manchen Stellen hat das Räumgerät richtige Löcher hinterlassen.
Also Vorsicht für alle im Kleinwagen, die ihn wieder
in Keflavik abgeben müssen!



Nach 2 km kommt der Parkplatz in Sicht.
Wir befinden uns auf 572 m Höhe.
Herrlich, wir sind allein!



Neben den allgemeinen Informationen, werden wir auch über
die Gefahren aufgeklärt.
Diese beiden Schilder sind auch so etwas wie das Eingangstor zum Canyon.



Es geht einen Trampelpfad bergab.



Was für ein Glück! Die Sicht im Canyon scheint frei!
Immer weiter geht es bergab.



Diese blauen Stangen markieren den Weg.



Jetzt aber hurtig hinterher! Nicht dass der Nebel wieder kommt,
bevor ich in die Tiefe geblickt habe.
Dann ist es soweit!
Wir stehen an einer gewaltige Felsspalte!



Der Blick nach Norden.



Als würde hier ein riesiger Frosch zum Sprung ins Wasser ansetzen.



Apropos Wasser - der Canyon ist faktisch ohne Wasser.
Das gesamte Wasser wird für die Energiegewinnung in ein
53 km langen Tunnel geleitet und zum Kraftwerk geführt.
Eigentlich fließt hier das Wasser des
Jökulsá á Dal.



Der Canyon Hafrahvammagljufur hat eine Länge von 15 km
und misst an seiner tiefsten Stelle fast 200 m.
An seiner engsten Stelle ist die Schlucht gerade mal 100 m breit.



Auch ohne Wasser ist es ein
grandioser Anblick.
Kaum vorstellbar, dass ein Fluss so etwas geschaffen haben soll.





Wir gehen weiter nach Norden.
Diese "Leiter" kann man übersteigen.



Es geht immer weiter nach unten und hinter dieser Kuppe, ...



... wird man noch einmal zum Überlegen angehalten.



Wir blicken nach Norden, also in Flussrichtung.



Und wie immer können wir uns nicht so richtig loseisen.



Im Flussbett findet man ein herrliches Farbenspiel.



Aber wir müssen weiter.
Wir erklimmen erneut die Steigung und kommen wieder an die Kreuzung.
Gerade aus geht es nach Laugarvellir.
Also zum berühmten warmen Wasserfall.



Die Piste ist auch nicht im besten Zustand.
Der lange Frost hat ihr ganz schön zugesetzt.



Die 3 km lange Zufahrt ist nicht gerade steil, aber an manchen Stellen,
ziemlich rutschig.
Auch hier gibt es keinen Hinweis auf eine 4x4 Strecke.



Zumal unten im Tal noch eine kleinere Furt lauert.



Der Platz ist erreicht, aber außer einer alten, verlassenen Hütte,
sieht man nur Wiese.



Hier soll ein Wasserfall sein?
Aber Moment - da dampft etwas!



Also, das warme Flüßchen haben wir schon gesichtet.
Jetzt muss man ja nur noch dem Wasser folgen.



Ein leises Plätschern kündigt es auch an - den warmen Wasserfall!
Na ja, eigentlich eher eine warme Dusche.



Von oben gesehen.





Auf das Duschen verzichten wir der Umwelt zuliebe.
Auch wenn solch warmes Wasser verlockend ist.



Das warme Wasser kommt aus kleinen Spalten, die sich
entlang des Flüßchens etwas oberhalb befinden.



Die kräftige Algenbildung und aufsteigende
Gasbläschen zeigen uns die Stellen.



Wir gehen über die gut gedüngte Wiese zum Auto und machen uns wieder auf den Weg.



Noch einmal haben wir einen herrlichen Ausblick in das Tal.
Man kann sogar den Wasserfall erkennen.



An der Kreuzubg biegen wir rechts weg und fahren wieder zurück zum Abzweig Staudamm.



Auch hier geht es links weg und kurz danach erreichen wir wieder die Straße.



Als wir nach 230 km wieder fast zu Hause sind, möchten wir am
liebsten wieder zurück zum Wasserfall.

Ostisland im Sommer 2011.
Zeit: 10 Stunden



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